Häusliche Gewalt – Betroffene ganzjährig unterstützen
Häusliche Gewalt ist ein relevantes Gesundheitsproblem und betrifft Menschen aller Altersgruppen und sozialen Hintergründe. Belastende Lebenssituationen, Zeitdruck oder familiäre Konflikte können sich rund um Feiertage zuspitzen, wirken aber auch darüber hinaus fort. Die körperlichen und psychischen Folgen sind vielfältig. Betroffene suchen medizinische Hilfe nebst wegen Folgen direkter Gewaltauswirkungen selbst, auch aufgrund unspezifischer oder chronischer Beschwerden, psychosomatischer Symptome, Schlafstörungen, Angstzuständen oder wiederkehrender Verletzungen.
Arztpraxen sind Schlüsselorte
Ärztinnen, Ärzte sowie Mitarbeitende in Arztpraxen befinden sich dadurch in einer zentralen Schlüsselposition. Sie stehen in regelmässigem Kontakt mit Patientinnen und Patienten, geniessen ein hohes Vertrauensverhältnis und können Hinweise auf Gewalt erkennen. Sie haben die Möglichkeit, Informationen zu Unterstützungsangeboten weiterzugeben und Betroffene mit diesen zu vernetzen.
Mögliche Betroffene dürfen und sollen direkt angesprochen werden. Eine behutsame Nachfrage kann entlastend wirken und den Zugang zu Unterstützung eröffnen. Entscheidend ist dabei, zu signalisieren, dass Hilfe vorhanden ist und vermittelt werden kann. Für die Weitervermittlung stehen auf hallo-bern.ch Informationen und Unterstützungsangebote zu häuslicher Gewalt in mehreren Sprachen zur Verfügung.
Dabei unterstützt Eine klare Haltung im Praxisalltag. Sichtbare Informationen in Wartebereichen oder Toiletten signalisieren, dass häusliche Gewalt als medizinisch relevantes Thema ernst genommen wird und es Unterstützung gibt – auch dann, wenn ein direktes Gespräch (noch) nicht möglich ist.
Nutzen Sie Ihre Praxis als sicheren Ort - Plakate kostenlos beziehen
Hängen Sie in Wartezimmer oder Toiletten das Plakat «Nein zu häuslicher Gewalt» auf und machen Sie Unterstützungsangebote sichtbar. Die im Dezember gemeinsam mit Gemeinden umgesetzte Plakataktion der Berner Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt (BIG) hat gezeigt, wie wichtig eine breite und kontinuierliche Sensibilisierung ist. Die Plakate und weitere Informationsmaterialien können weiterhin kostenlos bezogen und ganzjährig eingesetzt werden. So leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung häuslicher Gewalt und zur gesundheitlichen Versorgung Betroffener – das ganze Jahr über.
Hinweise für den Praxisalltag in Kürze
- Auch auf unspezifische oder wiederkehrende Beschwerden achten.
- Mögliche Betroffene direkt und wertschätzend ansprechen.
- Informationsmaterial sichtbar platzieren und zur Hand haben.
- Unterstützungsangebote benennen und bei Bedarf weiterverweisen.
Ressources liées
- Plakat zur Kampagne(446 Ko)
