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Newsletter der Aerztegesellschaft des Kantons Bern
21/12/2017

 
 

Informationen des BEKAG-Präsidenten

 
 

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen

 
 

Sie sind Mitglied eines grossen Berufsverbandes im Kanton Bern mit über 3’800 Mitgliedern, zur einen Hälfte in der ambulanten medizinischen Grundversorgung tätig, zur anderen Hälfte als Spezialärztinnen und -ärzte. Viele unserer Mitglieder sind gleichzeitig als Belegärztinnen oder Belegärzte am Spital tätig oder üben dort eine Kaderarztfunktion aus. Dementsprechend unterschiedlich stellen sich auch die Verbandsinteressen der einzelnen kantonalen Fachgesellschaften und Dachverbände dar, deren Erfassung einer Weitwinkeloptik grösser als 180 Grad bedarf. 

Oft diametral entgegengesetzt zu Verbandsinteressen einerseits und zu Public-Health-Aspekten andrerseits, treten dann unsere eigenen, persönlichen Partikularinteressen als Ärztinnen und Ärzte an der Alltagsfront unweigerlich in Erscheinung. Dies trotz unser aller Bemühungen um eine befriedigende Ausübung unserer Profession.

Üben Sie sich in Frustrationstoleranz gegenüber Ihren Verbänden und deren Vertretern auf allen Stufen. Alle geben sich enorme Mühe, mit Ihnen das Unerträgliche zu bewältigen. Das Ziel Ihrer Empörung sind die zuständigen Bundesbehörden.

Weil die schwarzen Globalbudget-Wolken, die uns jegliche Tarifautonomie streitig machen werden, und der Bericht der «Expertengruppe» zur Kostendämpfung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung sich unheimlich schnell und konzentriert nicht nur am Horizont, sondern schon unmittelbar direkt über unseren Köpfen zusammenziehen! Diese Schlechtwetterfront stellt eine noch weitaus grössere Gefahr dar als der bundesrätliche Tarifeingriff und FMH-interne Tarifdifferenzen! 

Nichtsdestotrotz ist es von Nutzen, einige Empfehlungen seitens des Kantonalvorstandes zu befolgen:

Taxpunktwert im Kanton Bern

Der Taxpunktwert von CHF 0.86 im Kanton Bern bleibt 2018 in Kraft. Im Gegensatz zu etlichen anderen Kantonen konnte eine Herabsetzung wiederum vermieden werden.

Zweiter Tarifeingriff des Bundesrates

  • Schliessen Sie auf den 31. Dezember 2017 alle laufenden Behandlungen im KVG-Bereich ab und eröffnen Sie sie neu ab dem 1. Januar 2018, auch wenn die Behandlung über den Jahreswechsel weiterläuft.
  • Falls noch nicht passiert, treten Sie rasch in Kontakt mit Ihrem Softwarelieferanten, um die technischen Modalitäten der Anpassung zu regeln.
  • Informieren Sie sich über die Änderungen in der Tarifanwendung ab 1. Januar 2018. Die Abteilung Ambulante Versorgung und Tarife der FMH und die nationalen Fachgesellschaften haben umfangreiche Unterlagen zur Verfügung gestellt.
    FMH: https://www.fmh.ch/ambulante_tarife/tarmed-tarif/
    mfe: http://www.hausaerzteschweiz.ch/themen/tarife/
    BAG: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/themen/
  • Alle bestehenden Verträge im Kanton Bern, der TARMED-Rahmenvertrag zwischen santésuisse und FMH, die kantonalen Anschlussverträge der BEKAG mit tarifsuisse und HSK bleiben unverändert in Kraft und gültig.
  • Beachten Sie, dass bis zum 1. April 2018 zwei unterschiedliche ambulante Tarifstrukturen, KVG einerseits, UVG andrerseits, gelten und diese auch getrennt erfasst und abgerechnet werden müssen! Dies ist leider kein Aprilscherz!
  • Allein im spitalambulanten Bereich gilt ab 1. Januar 2018 ein vertragsloser Zustand.

Projekt TARCO der FMH

Setzen Sie in Ihrem beruflichen Umfeld alles daran, dass der FMH-intern sich in Erarbeitung befindende TARCO-Tarif von der gesamten Ärzteschaft 2018 zum erfolgreichen Ende geführt und zusammen mit den Tarifpartnern als Gegenmassnahme zu behördlichen Amtstarifen eingebracht werden kann. Der Wille zu diesem Schritt sollte unsererseits noch grösser sein als unser verständliche Ärger über den zweiten Tarifeingriff von Bundesrat Alain Berset!

Änderungen im Medizinalberufegesetz MedBG

Bitte beachten Sie die ab 1. Januar 2018 geltenden Vorschriften des MedBG betreffend die obligatorische Registrierung des Arztdiplomes vor Beginn der ärztlichen Tätigkeit, die Registrierung und Kontrolle der Sprachkenntnisse und des obligatorischen Einholens einer Berufsausübungsbewilligung für angestellte Ärztinnen und Ärzte bei deren «privatwirtschaftlichen Tätigkeit in eigener fachlicher Verantwortung». Als Arbeitgeber stehen Sie in der Pflicht, die korrekte Anwendung dieser Massnahmen zu überprüfen. https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/themen/

Mit den besten Wünschen zu den Festtagen.  

Beat Gafner
Präsident der Aerztegesellschaft des Kantons Bern

 
 


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